Viele Kompressionsstrümpfe sind in erster Linie für das Tragen am Tag vorgesehen. Ob sie auch nachts getragen werden sollten, hängt vom jeweiligen Produkt, vom Grund der Anwendung und gegebenenfalls von einer medizinischen Empfehlung ab.
Wer Kompressionsstrümpfe wegen venöser Beschwerden oder nach einer medizinischen Behandlung trägt, sollte sich an die Empfehlung des behandelnden Fachpersonals halten.
Kompressionsstrümpfe unterstützen den venösen Rückfluss aus den Beinen. Tagsüber, wenn wir sitzen, stehen und gehen, wirkt die Schwerkraft stärker auf die Beine und Blut kann sich leichter in den unteren Extremitäten sammeln.
Im Liegen verändert sich diese Situation. Deshalb sind viele Kompressionsstrümpfe nicht automatisch für das nächtliche Tragen vorgesehen.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten.
Leichte Stützstrümpfe und medizinische Kompressionsstrümpfe haben unterschiedliche Einsatzbereiche. Bei medizinischer Kompression kann es Situationen geben, in denen das Tragen über Nacht empfohlen wird. Das sollte jedoch individuell entschieden werden.
Wenn keine ausdrückliche Empfehlung vorliegt, sollten Sie die Angaben des Herstellers und gegebenenfalls medizinischen Rat berücksichtigen.
In bestimmten medizinischen Situationen kann eine Kompression auch nachts sinnvoll sein, beispielsweise nach bestimmten Eingriffen oder bei speziellen venösen oder lymphatischen Beschwerden.
Welche Form der Kompression geeignet ist und wie lange sie getragen werden sollte, sollte in solchen Fällen medizinisch festgelegt werden.
Wenn Kompressionsstrümpfe sehr eng sitzen, Druckstellen verursachen oder nicht ausdrücklich für längeres beziehungsweise nächtliches Tragen vorgesehen sind, sollten sie nicht ohne Weiteres während des Schlafens getragen werden.
Besondere Vorsicht ist bei bekannten Durchblutungsstörungen, Gefäßerkrankungen, starken Schmerzen oder ungewöhnlichen Hautveränderungen geboten.
Wenn während des Tragens ungewöhnliche Beschwerden auftreten, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Bei deutlichen oder akuten Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.
Kompressionsstrümpfe werden häufig bei Krampfadern getragen. Meist erfolgt die Anwendung tagsüber, insbesondere bei längerem Sitzen oder Stehen.
Ob die Strümpfe auch nachts getragen werden sollen, hängt von der individuellen Situation ab.
Mehr über Kompressionsstrümpfe bei Krampfadern erfahren
Je stärker die Kompression, desto wichtiger sind eine korrekte Größenbestimmung und die passende Anwendung.
Eine stärkere Kompression ist nicht automatisch besser und sollte insbesondere bei medizinischen Beschwerden passend zum individuellen Bedarf gewählt werden.
Mehr über Kompressionsklassen erfahren
Ein Kompressionsstrumpf sollte gleichmäßig sitzen und keine starken Falten oder Druckstellen verursachen. Ein zu kleiner Strumpf kann unnötig stark einschneiden, während ein zu großer Strumpf verrutschen kann.
Kompressionsstrümpfe richtig messen
Wenn Sie Ihre Kompressionsstrümpfe ausschließlich tagsüber tragen sollen, können Sie sie abends ausziehen und die Beine entspannen.
Kontrollieren Sie dabei die Haut auf Druckstellen oder Reizungen. Bei trockener Haut kann nach dem Ausziehen eine geeignete Hautpflege verwendet werden.
Medizinischer Rat ist besonders sinnvoll, wenn Sie nicht wissen, ob Ihre Kompressionsstrümpfe auch nachts getragen werden sollen oder wenn eine bekannte Gefäß- oder Durchblutungserkrankung vorliegt.
Auch nach Operationen, bei ausgeprägten Ödemen oder bei stärkeren medizinischen Kompressionsklassen sollte die nächtliche Anwendung nicht eigenständig festgelegt werden.